Als ein Wasserfall durchs Fenster schoss

Zuwendung aus Unwetterhilfe-Fonds kann beim Neustart helfen / Anträge weiterhin möglich

Noch immer liegen die Nerven bei Familie Büchter blank. Auch sie wurde von den Wassermassen des 28. Juli getroffen, die Schäden sind noch heute, eineinhalb Monate später, nicht zu übersehen. Von Anfang an gab es Hilfe von Verwandten und Freunden, jetzt folgt finanzielle Unterstützung: Familie Büchter bekommt eine Zuwendung aus dem Unwetterhilfe-Spendenfonds.

„Ich bin unendlich froh, dass wir finanziell unterstützt werden“, sagt Kathrin Büchter. Wie ein Wasserfall sei am Abend der Regenkatastrophe das Wasser durch die geschlossenen Fenster gelaufen. Zugleich drückte aus den Abflüssen und der Toilette im Keller die Brühe hoch. „In wenigen Minuten war die ganze Wohnung im Untergeschoss vollgelaufen“, so die Mutter von drei kleinen Söhnen.

Mit einem Damm aus Handtüchern und Kleidung versuchten die 29-Jährige und ihr Mann damals, das Wasser aufzuhalten und wenigstens den Heizungskeller zu schützen. „Das hielt ein paar Minuten, dann war der Damm hin“, so Kathrin Büchter. Bald schwammen auch Waschmaschine und Gefriertruhe durch die Brühe aus Abwasser und Regenwasser …

Nach 24 Stunden wurde das Wasser abgepumpt. Die Wohnung im Souterrain glich einem Trümmerfeld. Eigentlich wollte der Mieter aus dem Souterrain demnächst ins Dachgeschoss ziehen, damit die Söhne von Kathrin und Matthias Büchter im Untergeschoss Kinderzimmer bekämen. „Wir wollten nur noch die Wände überstreichen, Laminat war gerade verlegt worden“, so Kathrin Büchter. Jetzt  müssen die Zimmer trocknen und dann komplett renoviert werden. Die Einrichtung landete auf dem Sperrmüll. Selbst Winterkleidung für die Kinder muss neu angeschafft werden. Als die Familie den Antrag auf Hilfe aus dem Spendenfonds stellte, wurde schnell klar: Ohne finanzielle Unterstützung kann sie das alles in ihrer Situation kaum schaffen.

Vermutlich gibt es in Münster noch viele Familien und Einzelpersonen mit knappem Einkommen in einer vergleichbaren Situation. Betroffen dürften vor allem Menschen sein, deren Einkommen etwas über staatlichen Leistungen wie Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld liegt und die über keine Rücklagen verfügen. Sie sollten nicht zögern, einen Antrag auf Hilfe aus dem Spendenfonds zu stellen. Alle Anfragen werden vertraulich behandelt. Ansprechstelle für Fragen und Anträge sind die Kommunalen Stiftungen, Tel. 02 51/4 92-59 01, E-Mail stiftungen@stadt-muenster.de.

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Im Untergeschoss blieb nichts heil, selbst die Winterkleidung der Kinder muss neu angeschafft werden – wer in einer ähnlichen Situation ist wie Familie Büchter, kann Unterstützung aus dem Spendenfonds beantragen. – Foto: Presseamt

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