Tagesarchive: 11. April 2016

WIN-WIN Chancen für die Stadtgesellschaft

Auf der heutigen Pressekonferenz der Stadt Münster zum Thema >Situation der DSC00288Flüchtlinge in Münster<, mahnte Oberbürgermeister Markus Lewe, „Die aktuelle und immer noch in Aufruhr befindliche Situation der Flüchtenden nicht aus der Wahrnehmung zu verdrängen, auch wenn die Medien zurzeit weniger über diese Themen berichten. Wichtig für die öffentliche und politische Wahrnehmung ist die Tatsache, dass niemand in dieser Stadt existenzielle Einbußen durch die Geflüchteten zu befürchten hat. Was wir brauchen ist Vertrauen in die Situation und der sich bietenden win-win Möglichkeiten.

Das bedeutet große Chancen für alle Seiten in dankeden kommenden Jahren und Jahrzehnten, denn das Thema Flüchtlinge wird uns noch eine lange Zeit begleiten. Wir als Kommune stehen in der Verpflichtung und werden mit allen Möglichkeiten, die wir haben, Bund und Land gegenüber deutlich machen, dass wir dies nur mit den jeweiligen Unterstützungen der zuständigen Institutionen machen können.

In den nächsten Wochen werden wir zwei große Bürgerversammlungen durchführen, um gemeinsam mit der Stadtbevölkerung, Informationsgelegenheit und Antworten zu den unterschiedlichsten Themen dieser Situation anzubieten. Auch die Perspektive den vielen tausende Frauen, Männer, Kinder und Jugendlichen echte Chancen zu bieten in unsere Stadtgesellschaft hineinzuwachsen.„

Hintergrund
Rund 3000 Männer, Frauen, Kinder und Jugendliche wurden im vergangenen Jahr der girl-676185_640Stadt zugewiesen. Von Januar bis Anfang April sind weitere 534 Flüchtlinge nach Münster gekommen; sie stammen insbesondere aus Syrien (42 Prozent), Irak (26 Prozent) und Afghanistan (11 Prozent). 43 Prozent der neu angekommenen Flüchtlinge waren Frauen und Mädchen. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen betrug 46 Prozent. Insgesamt lebten zum Stichtag 4. April 2016 exakt 4040 Personen in kommunalen Einrichtungen. Hinzu kommen aktuell 712 Flüchtlinge in den drei Notunterkünften des Landes.

1qa2ws3edcStadträtin Cornelia Wilkens (Dezernat für Soziales, Integration, Kultur und Sport), zeigte vielfältige Möglichkeiten und gelungene Umsetzungen aus den Bereichen Kultur, Sport und Freizeit auf. Es gibt zahlreiche Initiativen um funktionierende Zugänge für Flüchtlinge in die Stadtgesellschaft zu schaffen.

Die freie Szene, Gruppen, Vereine, städtische Ämter und Einrichtungen zeigen nach Angaben der Dezernentin für Soziales, Integration, Kultur und Sport viel Initiative.

Hier einige Beispiele:
*Die freie Szene schafft Willkommensräume die Begegnungen und Teilhabe ballet-don-quijote-895062_640ermöglichen und in denen Flüchtlinge auch ihre eigene Kultur sichtbar machen können. Beispielhaft können hier etwa Cactus Junges Theater, Der Kleine Bühnenboden oder das Cinema genannt werden.

*Einladungen an Flüchtlinge zu Konzerten und Theatervorstellungen, Erweiterung von Programmen wie „Kulturrucksack“.

*Die Stadtbücherei mit ihrem freien Wlan-Zugang wird zunehmend von Flüchtlingen besucht. Sie baut den Bestand an arabischsprachigen Büchern, an zweisprachigen Bilderbüchern und im Bereich „Deutsch als Fremdsprache“ aus.

*Das Stadtmuseum plant Kreativkurse für Flüchtlingskinder.

*Junge Flüchtlinge, die in den Herkunftsländern Musikunterricht erhalten haben, können diesen in der Westfälischen Schule für Musik kostenfrei fortsetzen; zugleich können Musiker aus den Herkunftsländern die Angebote der Musikschule durch „neue“ Instrumente erweitern.

*Rund 40 Sportvereine engagieren sich in der Integration von Flüchtlingen. Die Sportjugend Münster, der Westfälische Turnerbund sowie das Sozialamt und das Sportamt, laden gemeinsam mit sieben Vereinen am 23. April zum Trendsporttag in die Sporthalle des Hans-Böckler-Berufskollegs ein. Motto: „Grenzen überwinden – Wege ebnen“. Er richtet sich vor allem auch an junge Bewohner der städtischen Flüchtlingsunterkünfte.

*Besonders aktiv ist der TSC Münster-Gievenbeck mit Angeboten für Flüchtlinge in der Oxford-Kaserne und integrativen Angeboten im Rahmen des „normalen“ Sportangebots; der SC Gremmendorf mit vielen Sportangeboten in der York-Kaserne für alle in Gremmendorf lebenden Flüchtlinge.

DSC00286Auch Joachim Fahnemann, Vorsitzender der Geschäftsführung von der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster legte gemeinsam mit dem Jobcenter der Stadt Münster ein Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm für Flüchtlinge auf. Beide Einrichtungen betreuen die geflüchteten Menschen bei der Arbeitsmarktintegration zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Deshalb verzahnen sie ihre Angebote und stimmen die Förderung so miteinander ab, dass der Prozess der Integration in Ausbildung und Arbeit auch beim Wechsel der Zuständigkeit von der Arbeitsagentur zum Jobcenter nahtlos weiterläuft.

Gemeinsam mit Oberbürgermeister Markus Lewe stellte er dazu am 11. April eine Kooperationsvereinbarung vor, mit der sich am 13. April der Sozialausschuss der Stadt befassen wird. Für die soziale Integration der geflüchteten Menschen mit Bleibeperspektive spielen Ausbildung und Arbeit eine zentrale Rolle, sind sich Stadt und Arbeitsagentur einig. Beschäftigung sei der beste Weg um gesellschaftliche Integration und ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen und gleichzeitig staatliche Unterstützungsleistungen zu vermeiden und zu verringern, stellt das Programm fest.

Rechtlich ist zunächst die Agentur für Arbeit für die Arbeitsmarkt-Betreuung von Flüchtlingen zuständig. Mit der positiven Entscheidung über den Asylantrag wechselt die Zuständigkeit zum städtischen Jobcenter. „Unser gemeinsames Programm verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Er gewährleistet, dass von der Agentur begonnene Integrationsstrategien und Förderplanungen vom Jobcenter nahtlos übernommen und weitergeführt werden“, sagte Joachim Fahnemann.

Das wird immer mehr Menschen zugutekommen. Aktuell betreut das städtische Jobcenter 1229 Migranten mit hoher Bleibeperspektive. Darunter sind 398 geflüchtete Menschen, die seit Anfang 2015 in die Zuständigkeit der städtischen Einrichtung gewechselt sind.

„Wir wollen so nahtlos kooperieren, dass die betroffenen Menschen überhaupt nicht bemerken, dass der Träger gewechselt hat“, sagte OB Lewe. Zugleich setze das Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm auch die Tätigkeit des gemeinsamen Integration Point von Stadt und Arbeitsagentur in der Erstaufnahme für Flüchtlinge in der Oxford-Kaserne konsequent fort. Sowohl im Integration Point als auch im vorliegenden Programm sei die Zusammenarbeit mit weiteren wichtigen Akteuren auf den Feldern Beschäftigung, Ausbildung und Qualifizierung gesichert.

Das Programm betont die elementare Bedeutung der frühzeitigen und nachhaltigen Beratung und Förderung der Flüchtlinge, um mittelfristig möglichst viele erfolgreich in Ausbildung und Arbeit zu integrieren. Das eröffne zugleich die Chance einen Beitrag zur Deckung des Fachkräftebedarfs auf dem Arbeitsmarkt zu leisten. Das Programm nennt dazu ein Bündel von Maßnahmen zur Berufsvorbereitung, zur beruflichen Qualifizierung und für Arbeitsgelegenheiten in Übergangszeiten.

Tagesaktuelle Meldungen der Polizei vom 11.04.2016

****************************** Münster ———————- ———————- Münster ———————- Dieb leert Kasse eines Schokofrüchte-Standes Ein Unbekannter leerte Sonntagabend (10.4., 18:05 Uhr) die Kasse eines Schokofrüchte-Standes auf dem Send am Schloßplatz. Die Betreiberin des Wagens war mit Aufräumarbeiten beschäftigt, als der dreiste Dieb sich … weiterlesen

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