Tagesarchive: 19. April 2016

Mehr Firmengründungen im Münsterland

Der deutsche Wirtschaftsstandort ist darauf angewiesen, dass es nicht nur bestehende Firmen gibt, sondern auch stetig Firmengründungen. Nur so können Arbeitsplätze erhalten und/oder geschaffen werden.

Der seit Jahren andauernde Rückgang von Firmengründungen ist zumindest im Münsterland vorerst gestoppt. Das meldet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen, die aus den Gewerbeanzeigen die sogenannten „echten Gründungen“ herausgerechnet hat: Danach wurden 2015 im Münsterland insgesamt 4.621 Unternehmensgründungen registriert. Das sind fast zwei Prozent mehr als im Vorjahr (78 absolut). Und das, obwohl die Zahl der Gründungen in der Stadt Münster um über zwölf Prozent gesunken ist.

Doch drei Münsterlandkreise haben dieses Minus mehr als wettgemacht. Besonders hoch ist die Zuwachsrate im Kreis Borken mit knapp 13 Prozent, gefolgt vom Kreis Warendorf (6,1 Prozent) und dem Kreis Coesfeld (4,2 Prozent). Leicht negativ fiel die Bilanz für den Kreis Steinfurt aus (- 0,2 Prozent).

„Wir hoffen, dass der Aufwärtstrend in den drei Münsterlandkreisen anhält und auf die anderen Städte und Kreise unseres Bezirks übergreift“, so IHK-Geschäftsbereichsleiter Joachim Brendel. Denn für den IHK-Bezirk Nord Westfalen insgesamt, zu dem neben dem Münsterland auch die Emscher-Lippe-Region gehört, verzeichnet die IHK einen Rückgang um knapp zwei Prozent auf 7.988.

Stark gesunken sind die Zahlen der echten Gründungen auch in den Städten Bottrop und Gelsenkirchen (11 und 13,2 Prozent). Im Kreis Recklinghausen liegt das Minus bei 1,7 Prozent, in der Emscher-Lippe-Region insgesamt bei 6,5 Prozent.

Zwar liegt der Rückgang mit minus 1,9 Prozent im IHK-Bezirk insgesamt unter dem Landesdurchschnitt von fast vier Prozent. Doch: „In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Gründungen in der Region fast halbiert“, warnt Brendel, auch wenn der damalige Boom bei den Ich-AGs die Statistik verzerre. Allerdings dürfe sich die Entwicklung nicht fortsetzen: „Wir brauchen neue Unternehmer“, betont der für Branchen und Infrastruktur zuständige IHK-Geschäftsbereichsleiter. „Nicht nur für innovative Geschäftsideen, die die Region insgesamt wettbewerbsfähig halten“, ergänzt er. Sondern schon aufgrund des demografischen Wandels, der natürlich auch an Unternehmern nicht spurlos vorbeigehe. Für die Chefs mehrerer hundert Betriebe müsse in den nächsten Jahren ein Nachfolger gefunden werden.

Hauptursache für den seit einigen Jahren zu verzeichnenden Rückgang im Gründungsgeschehen ist laut IHK die günstige Situation am Arbeitsmarkt. Der zunehmende Fachkräftemangel führe dazu, dass viele Arbeitnehmer gute Chancen sehen, sich auch in abhängiger Beschäftigung beruflich zu verwirklichen. Ebenso sei es schwieriger geworden, Fördermittel für Gründungen aus Arbeitslosigkeit zu erhalten. „Viele scheuen dann das Risiko der Selbstständigkeit, zumal der Arbeitsmarkt gerade im Münsterland vielfältige Möglichkeiten bietet“, sagt Brendel.

In der von der IHK ausgewerteten Statistik, in der nur Hauptniederlassungen, Haupterwerbsgründungen und Übernahmen aus Kauf, Pacht und Erbfolge berücksichtigt werden, finden sich die meisten Gründungen nach wie vor im Baugewerbe und im Einzelhandel, die meisten Übernahmen im Gastgewerbe.

Tagesaktuelle Meldungen der Polizei vom 19.04.2016

****************************** Münster ———————- ———————- Münster ———————- Unbekannte treiben an der Marktallee ihr Unwesen – Polizei sucht Zeugen Am Wochenende (15.04. bis 18.04.) trieben unbekannte Einbrecher an der Marktallee ihr Unwesen. Von Freitag bis Montag versuchten die Diebe in eine Arztpraxis … weiterlesen