Winter ist am Arbeitsmarkt angekommen

Die anhaltende kalte Witterung der vergangenen Wochen hat zu einem spürbaren Anstieg der Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster geführt. Im Januar waren 18.529 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, 774 mehr als im Dezember. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf zuletzt 5,8 Prozent.

Verglichen mit dem Vorjahr zeigt sich der Arbeitsmarkt weiter sehr stabil. Im Januar 2016 lag die Arbeitslosenquote noch bei 5,9 Prozent, das sind 0,1 Prozentpunkte mehr als aktuellen Monat.

Die Unternehmen meldeten 1.058 neue freie Stellen, 197 weniger als im Dezember und 71 weniger als im Januar des letzten Jahres. Insgesamt standen den Experten der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster 4.304 Stellenangebote zur Vermittlung zur Verfügung. Das waren 150 weniger als im Dezember, aber 560 mehr als im Januar des vergangenen Jahres.

Der Arbeitsmarkt in Münster

Um 444 Personen stieg die Arbeitslosigkeit seit Dezember in Münster. Aktuell verzeichnet die Agentur für Arbeit 9.361 arbeitslos gemeldete Männer und Frauen. Die Arbeitslosenquote betrug 5,7 Prozent und damit 0,3 Prozentpunkte mehr als im Vormonat. „Grund für die Zunahme der Arbeitslosenzahlen sind die andauernden winterlichen Temperaturen. Sie führen dazu, dass in einigen Berufen aktuell nicht gearbeitet wird. Das ist eine saisontypische Entwicklung“, erklärt Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. Er macht darauf aufmerksam, dass die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist. Damals waren 100 Personen mehr arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag im Januar 2016 bei 5,9 Prozent, 0,2 Prozentpunkte höher als der aktuelle Wert. „Das zeigt, dass der Arbeitsmarkt gut ins neue Jahr gestartet ist, und wir weiterhin eine sehr stabile Situation haben“, betont Fahnemann.

Dies spiegle sich auch in der anhaltend hohen Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen und Verwaltungen in den vergangenen Monaten. So konnten Arbeitsuchende und Arbeitslose in Münster im Januar insgesamt auf 2.225 bei der Arbeitsagentur gemeldete Arbeitsstellen zurückgreifen, 131 mehr als noch im Vorjahresmonat. Rückläufig war demgegenüber die Zahl der neu gemeldeten offenen Arbeitsstellen. Sie betrug im Januar 492, das waren 204 weniger als im Dezember und 154 weniger als im Januar des vergangenen Jahres. „Viele Arbeitgeber haben im vergangenen Jahr in erheblichem Maße neu eingestellt, so dass ihr Personalbedarf aktuell zunächst gedeckt ist“, berichtet Joachim Fahnemann. „Wir gehen aber davon aus, dass die Unternehmen in den kommenden Monaten erneut Einstellungsbedarf haben“.

Saisontypisch sank beispielsweise die Zahl der neu gemeldeten Stellen in der Gastronomie. „Sobald die Temperaturen steigen und die Außengastronomie wieder eröffnet, werden neue Kräfte gesucht“, so Fahnemann. Abgenommen haben nach dem Weihnachtsgeschäft auch die Stellenzugänge im Handel. „Auch dies ist erfahrungsgemäß eine vorübergehende Entwicklung“, erläutert der Agenturleiter. Unverändert hoch ist die Arbeitskräftenachfrage in Gesundheits- und sozialen Berufen. Hier meldeten die Unternehmen im Januar 66 neue freie Arbeitsstellen, eine mehr als im Vorjahresmonat.

Der Arbeitsmarkt im Kreis Warendorf

Einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen verzeichnete die Agentur für Arbeit im Januar im Kreis Warendorf. 9.168 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 330 mehr als im Dezember. Verglichen mit dem Vorjahresmonat lag die Arbeitslosigkeit um 153 Betroffene höher. Die Arbeitslosenquote veränderte sich im Jahresvergleich nicht. Sie lag weiterhin bei 6,0 Prozent. Gegenüber Dezember stieg die Arbeitslosenquote um 0,2 Prozentpunkte. Besonders vom Anwachsen der Arbeitslosigkeit betroffen waren Männer. Die Zahl der männlichen Arbeitslosen stieg gegenüber Dezember um 225 auf zuletzt 5.096. Verglichen mit dem Vorjahresmonat waren 285 mehr männliche Arbeitslose zu verzeichnen. „Wir haben einen spät einsetzenden Winter. Bislang konnte in witterungsabhängigen Berufen noch gearbeitet werden. Mit den aktuell frostigen Temperaturen setzen auch die saisontypischen Entlassungen beispielsweise im Baugewerbe oder in Garten- und Landschaftsbau ein. Das sind Berufsfelder, in denen traditionell eher Männer beschäftigt sind“, erklärt Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster.

Insgesamt ist die Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen im Kreis Warendorf weiterhin hoch. So meldeten Personalverantwortliche im Januar 566 neue freie Stellen, 7 mehr als im Dezember und 83 mehr als im Vorjahresmonat. „Die Einstellungsbereitschaft und der Personalbedarf der Unternehmen in der Region ist weiterhin hoch. Das eröffnet Chancen für Arbeitsuchende und Arbeitslose“, sagt Fahnemann. „Allerdings ist die Qualifikation der Bewerber ein wichtiges Kriterium.“ So suchten im Jahresschnitt im vergangenen Jahr 3.733 Arbeitslose eine Tätigkeit auf Helferniveau. Demgegenüber standen 1.312 gemeldete Helferstellen. Im Gegensatz dazu meldeten die Unternehmen 4.466 Arbeitsstellen für qualifizierte Fachkräfte. Im Jahresmittel zählte die Agentur für Arbeit im Kreis Warendorf zugleich 3.444 arbeitslose Fachkräfte. „Hier ist eine Schere zwischen den Anforderungen der Arbeitgeber und dem Bewerberangebot, die es zu schließen gilt“, macht Fahnemann deutlich. Besonders gesucht waren im Januar Fachkräfte im Gesundheits- und Sozialwesen. Auch Gastronomiebetriebe, KFZ Werkstätten und Einzelhandelsunternehmen meldeten Personalbedarf.

Der Arbeitsmarkt im Münsterland

Die Arbeitslosigkeit im Münsterland ist von Dezember auf Januar gestiegen. Mit 42.911 betroffenen Personen waren es zuletzt 2.573 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg entsprechend von 4,5 Prozent auf nun 4,8 Prozent an. Gegenüber dem Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit nur leicht gestiegen. So waren im Januar 2016 insgesamt 351 Menschen im Münsterland weniger arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag auf dem aktuellen Niveau und betrug ebenfalls 4,8 Prozent.

Die steigende Arbeitslosigkeit, die für den Januar typisch ist, wirkte sich in allen Agenturbezirken des Münsterlandes aus. So verzeichnete die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster einen Anstieg der Arbeitslosenquote gegenüber Dezember um 0,2 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent. Ebenfalls um 0,3 Prozentpunkte stieg die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Rheine. Sie lag hier im Januar bei 4,9 Prozent. Die niedrigste Arbeitslosenquote gibt es weiterhin im Bezirk der Arbeitsagentur Coesfeld. Mit aktuell 3,7 Prozent liegt sie jedoch um 0,3 Prozentpunkte über dem Vormonatswert.

Für Arbeitslose und Jobsuchende standen zuletzt in der Jobbörse der Arbeitsagenturen Münsterlandweit derzeit 10.695 offene Stellen zur Verfügung. Das waren zwar 354 weniger als im Dezember, aber 1.416 mehr als im Januar des Vorjahres.