60 Jahre Römische Verträge

Eigentlich solle es heute ein Feiertag für Europa sein. Die deutschen Städte sehen in der europäischen Integration das Fundament für ein friedliches und wirtschaftlich erfolgreiches Zusammenleben in Europa und setzen

Verträge über Zollpakt und Eurotom unterzeichnet
Die Verträge über den kleineuropäischen Zollpakt und über die westeuropäische Atomenergie-Gemeinschaft (Eurotom) wurden am 25.3.1957 in Rom von Regierungsvertretern der sechs Mitgliedsstaaten der Montan-Union unterzeichnet.
UBz.: (v.l.n.r.) Bundeskanzler Adenauer, der für die Bonner Regierung unterschrieb, Staatssekretär Hallstein und der italienische Ministerpräsident Segni.

sich dafür ein, die europäischen Werte gegen populistische Kritik zu verteidigen. Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, würdigt das 60. Jubiläum der Unterzeichnung der Römischen Verträge am 25. März 1957: „Vor 60 Jahren begann eine Entwicklung, die man nach wie vor als Erfolgsgeschichte bezeichnen kann. Und dennoch – Feierlaune will sich anlässlich des 60. Jahrestages der Unterzeichnung der Römischen Verträge nicht so recht einstellen.

Gerade deshalb sollten wir das Jubiläum nutzen, den EU-Kritikern entgegenzuhalten, was wir – trotz aller Herausforderungen – an der Europäischen Union haben. Die europäischen Werte und die europäische Integration sind ein wichtiges Fundament für das Zusammenleben der Bürgerinnen und Bürger in unseren Städten. Hierfür werden wir uns weiterhin stark machen. Helfen wir mit, „Europa“ zu erklären und werden wir so der Rolle gerecht, die die Kommunen in diesem Zusammen¬hang immer schon spielten – als Förderer des europäischen Zusammenschlusses von „unten“ im Sinne eines Europas der Bürgerinnen und Bürger.“

Fast 70 Prozent der Menschen in der Europäischen Union leben in Städten. Deshalb ist es für eine erfolgreiche EU-Politik unverzichtbar, die Erfahrungen und das Potenzial der Städte zu nutzen. „Die neue EU-Städteagenda ist ein wichtiger Schritt, um den städtischen Interessen mehr Gehör zu verschaffen und das kommunale Know How einzubinden. Deutsche Städte übernehmen darin Verantwortung“, so Dedy. Beispiele dafür sind die neuen Themenpartnerschaften im Rahmen der EU-Städteagenda: „Städtische Mobilität“, „Digitaler Wandel“ sowie „Arbeit und Weiterbildung“, die seit diesem Jahr arbeiten und in denen deutsche Städte mitwirken.

Als wichtiges Bindeglied innerhalb der EU erweisen sich zudem die rund 5000 Städtepartnerschaften zwischen deutschen und anderen europäischen Kommunen. Sie zeigen, wie durch die Begegnungen zwischen Menschen, durch kulturellen Austausch und kommunalen Wissenstransfer europäische Werte gelebt werden können. Schulen, Chöre, Sportvereine, aber auch kommunale Verwaltungen begegnen sich mit Neugier und Respekt und lernen voneinander im besten Sinne der Völkerverständigung.