Aufmerksamkeit ist der Tod für Einbrüche

Der beste Schutz, sich gegen Einbrecher, Trickbetrüger und Überfälle in Wohnungen und Häusern zu schützen, ist eine intakte Nachbarschaft. Überdurchschnittlich viele Straftaten lassen sich so, von vorneherein vermeiden. Straftäter erkennen sofort, wenn Nachbarn mit wachem Auge die Umgebung beobachten.

Trickbetrüger und Einbrecher haben in den letzten Jahren enorm dazu gelernt und sehen nicht mehr wie Straftäter aus. Oftmals sind es schick gekleidete Frauen, Männer oder Familien, die freundlich auf der Straße oder am Hauseingang grüßen und kaum den Eindruck erwecken, etwas Böses im Schilde zu haben.

Sie suchen sich dann bevorzugt Wohnungen in Mehrfamilienhäusern aus und verschwinden mit Schmuck, Uhren und Bargeld

Es sind in der Regel besonders gut ausgebildete Fachleute auf ihrem Gebiet. Sie wissen sehr genau, wo die Schwachstellen lauern, die einen Haus-, oder Wohnungseinbruch mit geringem Risiko möglich machen. Sie wissen auch, wo in den Räumlichkeiten Menschen ihr Hab und Gut verstecken. Nur mit einem rechnen sie selten, mit wachsamen Nachbarn. Und davon gibt es wieder immer mehr.

Was eine lange Zeit als „Pottkieken“ verschrien war, wird allmählich wieder zu einem wichtigen Schutzschild gegen Straftaten. Machen Sie sich mit Ihrem Umfeld bekannt, tauschen Sie Telefonnummern mit Nachbarn aus, damit Sie bei möglichen Trickbetrügern zu Hause sofort jemanden als Zeuge oder Beobachter hinzuziehen können. Speichern Sie die Nummern in Ihrem Handy, hängen Sie einen Telefonübersichtszettel in Augenhöhe, in der Nähe Ihres Festnetz-Telefons, auf.

In Zeiten wachsender Bedrohungen durch Terror und anderen Gefahren, ist die Polizei immer noch der erste Ansprechpartner, aber sie kann nicht immer und überall sofort erscheinen. Daher sind die Beamten auf aktive Nachbarschaftsbeobachtungen angewiesen. Und natürlich gilt der Grundsatz, „Die Polizei lieber einmal zu oft anrufen, als zu wenig“.

Wer in einer nachbarschaftsarmen Umgebung wohnt, hat ebenfalls gute Chancen, Straftäter abzuschrecken. Es gibt eine Vielzahl technischer Einrichtungen und Gebäudesicherungen, die Einbrechern und Trickdieben das Leben so schwer machen, dass sie in vielen Fällen schon nach wenigen Sekunden das Weite suchen.

Angelegte Türsicherungsketten, Türgriffketten oder Riegel, funktionierende Gegensprechanlagen, saubere Türspione, Kameras (keine Attrappen – die kosten zwar fast nix, werden aber von den „Profis“ sofort entlarvt), sowie eine Menge weiterer nützlicher Dinge, machen den Tätern schwer zu schaffen, auch Hunde! Eine laute Trillerpfeife soll in manchen Fällen auch für Aufmerksamkeit gesorgt haben. Fragen Sie einfach mal die Polizei, dort gibt es eine Fachstelle mit einem umfassenden und kostenlosen Beratungsangebot, auch für Schutzmaßnahmen für den kleinen Geldbeutel einer Schüler oder Studentenbude.

Fenster, Terrassen- und Balkontüren geschlossen halten! Nicht nur im Erdgeschoß. Denken Sie dran – Einbrecher sind echte Profis –

Hier finden sie Beratungsstellen im ganzen Bundesgebiet: http://www.zuhause-sicher.de

Daten der Kriminalstatistik des PP Münster zu diesem Thema

„Die Entwicklungen beim Wohnungseinbruch und beim Taschendiebstahl zeigen, dass wir in Münster auf dem richtigen Weg sind“, sagte Polizeipräsident Hajo Kuhlisch heute (6.3.) bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2016. „Entgegen dem damaligen Landestrend hatten wir beim Wohnungseinbruch bereits in 2015 einen deutlichen Rückgang der Fallzahl um 185 bewirkt. Im vergangenen Jahr konnten die Kolleginnen und Kollegen durch ihre professionelle und engagierte Arbeit dafür sorgen, dass die Zahl der Einbrüche weitestgehend stagniert.

So liegen die Wohnungseinbrüche in 2016 mit 849 nahezu auf Vorjahresniveau. Durch bessere technische Sicherungen und die Wachsamkeit aller Beteiligten blieb zudem fast jeder zweite Einbruch im Versuchsstadium stecken.“

Die Aufklärungsquote stieg im dritten Jahr in Folge und liegt über 18 Prozent, das sind rund 2,3 Prozent mehr als im Landesstrend. „Die Fortführung des Konzeptes der EK „Beis“ in einem eigenen Fachkommissariat mit besonders spezialisierten und erfahrenen Mitarbeitern wird sich auch in Zukunft auszahlen“, erklärte Hajo Kuhlisch. „Die Konzentration der Ermittlungen in diesem Kommissariat führte dazu, dass die Aufklärungsquote weiter gestiegen ist. Bei den Tageswohnungseinbrüchen lag sie in 2016 sogar bei 23 Prozent.“

„Die Ermittlungen gegen organisierte Einbrecherbanden sind sehr umfangreich und zeitintensiv“, erläuterte der Polizeipräsident. „Den Ermittlern gelang es dennoch eine Bande zu überführen, die allein für 55 Taten in ganz NRW, Hessen und Niedersachsen verantwortlich ist. Sieben Täter aus dieser Bande sitzen bereits in Haft, vier sind noch auf der Flucht und werden mit Haftbefehl gesucht.“