Feuerwehrchef Benno Fritzen verabschiedet

Benno Fritzen und OB Markus Lewe – Der Abschied in den Ruhestand.

Es gibt Menschen, die sind so sehr im täglichen Leben verankert, dass es schwer fällt, sich eine Zukunft ohne diese fest verwurzelten „Anker“ vorzustellen. Zweifellos gehört Benno Fritzen, der bis vor wenigen Tagen der Chef der Berufsfeuerwehr Münster war, dazu. Im Laufe der Jahre haben sich über die Grenzen von Politik, Brandschutzexperten und anderen Wegbegleitern hinweg, tiefe Freundschaften zu dem ersten Feuerwehrmann der Stadt Münster entwickelt. Und zu jeder Zeit war er, als hoch angesehener Ansprechpartner für alle Belange seines Umfeldes, mit vollem Elan und fast unerschöpflichen Quellwissen über sein Fachgebiet, welches lapidar in der Behörde als Leitung des Amtes 37 (37 1) bezeichnet wird, schlicht, „Der Ansprechpartner“.

Benno Fritzen, nebst Ehefrau und Feuerwehrchef-Nachfolger Gottfried Wingler-Scholz

Wer Benno Fritzen kennen lernen konnte, weiß welch außergewöhnlicher Charakter sich hinter dem uniformtragenden Sympathieträger der Feuerwehr Münster, verbarg. Oberbürgermeister Markus Lewe, den im Laufe der Zeit eine innige Freundschaft zum Mann mit über 1000 Einsatzkräften verband, hatte am vergangenen Freitag im neuen Anbau der Feuerwache I., am York-Ring, schon erfreulichere Aufgaben, als den Feuerwehrmann mit Leib und Seele in den Ruhestand zu entlassen. Diese Unterschrift fiel ihm sichtlich schwer und unter den mehreren Hundert Anwesenden, rollte auch die eine oder andere Träne.

Die feierliche Verabschiedung in der Fahrzeughalle, war allerdings nur der krönende Höhepunkt der Feierlichkeiten. Zuvor wurde Benno Fritzen, nebst Familie und engen Freunden, mit Oldtimer-Fahrzeugen abgeholt, und zur Feuerwache im Tross geleitet. Es kamen vor der eigentlichen Verabschiedung so viele Wegbegleiter, dass sich die Feierlichkeiten schon vor Beginn um 45 Minuten verschoben. Allein diese Tasache zeigt, wie beliebt und begehrt dieser Mann, der nachhaltige Impulse auch auf dem Gebiet des Zivil- und Katastrophenschutzes im In- und Ausland setzte, ist.

Benno Fritzen freut sich über die Aufwartung von Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt.

Mit Benno Fritzen geht ein Mann, für den die Feuerwehr als Leidenschaft im Herzen schlägt. Beinah gewinnt der Eindruck, Fritzen würde am liebsten in das Feuerwehrgerätehaus einziehen, damit er in Zukunft die Atmosphäre der ausrückenden Fahrzeuge nicht vermissen muss, auch wenn er bei jedem Einsatz leise bedauert, „Es geht Anderen dabei vermutlich gerade nicht so gut.“

Nahtlos wurde die Leitung an Dipl-Ing. Gottfried Wingler-Scholz übergeben, der bislang als kommissarischer Leiter der Berufsfeuerwehr Bochum fungierte. 2016 bewältigte er mit seinen Einsatzkräften einen dramatischen Krankenhaus-Brand in Bochum, und erntete dafür große Anerkennung von Stadt, Politik und Betroffenen.

Seine Zukunft plant Fritzen in beratender Tätigkeit, der vor allem auch in Sachen Katastrophenschutz als unumstrittener Experte gilt.


Daten zur Person Benno Fritzen:
Geboren wurde der zukünftige Stern am Feuerwehrhimmel, am 14.Februar 1957 in Coesfeld. Er begann seine Feuerwehr-Karriere 1972 mit dem Beitritt in die dortige Jugendfeuerwehr.

Später ging es zur Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr. Nebenbei absolvierte er sein Studium in Sicherheitstechnik an der Universität Wuppertal. Dort wechselte er auch in die Freiwillige Feuerwehr am Ort. Seine Ausbildung zum höheren feuerwehrtechnischen Dienst bestand er ebenfalls bei der Berufsfeuerwehr in Wuppertal.

Nach der Staatsprüfung 1988, war er als Abteilungsleiter Kommunikationstechnik, sowie als Oberbeamter vom Alarmdienst in Köln tätig.

1994 wurde er der Chef in Münster und schaffte diesen schweren Job bis Ende Februar 2017.