IHK warnt vor Spoof-Mails an die Buchhaltung

Diese Meldung ging vor Tagen durch die Medien. Eine Mitarbeiterin aus der Buchhaltung einer deutschen Firma überwies einen hohen Betrag für eine Rechnung und das Geld war weg.

Darum warnt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen vor dieser Betrugsvariante, die sich derzeit in Deutschland ausbreitet. Die Betrüger wenden sich mit einer im Unternehmen bekannten, gleichwohl gefälschten E-Mail-Absenderadresse direkt an die Buchhaltung und bitten um Begleichung einer beigefügten Rechnung. Nach Einschätzung der IHK droht auch Unternehmen im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region „beträchtlicher finanzieller Schaden“.

Dr. Grütters, Leiter des Geschäftsbereichs Recht der IHK Nord Westfalen, warnt: „Die Täter verwenden E-Mail-Adressen, die nicht nur auf den ersten Blick genauso aussehen wie zum Beispiel die echte Adresse des Geschäftsführers“. Tatsächlich stecke dahinter aber eine völlig andere E-Mail-Adresse. Bei diesem sogenannten E-Mail-Spoofing werde so getan, als wenn es sich um eine Rechnung handele, die dringend überwiesen werden müsse.

„Die Betrüger sind sehr gut über die Struktur, die Hierarchieebenen und die Absatzmärkte des Unternehmens informiert, da sie im Vorfeld E-Mail-Konten hacken und die Unternehmen sorgfältig ausspähen“, beschreibt Grütters das geschickte Vorgehen der Betrüger. Zudem bewege sich der Rechnungsbetrag meist unterhalb der 10.000-Euro-Grenze, der auf deutsche Konten überwiesen werden soll. Häufig übersenden die Betrüger Rechnungen einer vermeintlich in Deutschland ansässigen Agentur für eine Webentwicklung. „Nur mit hoher Aufmerksamkeit aller Mitarbeiter kann Schaden für das Unternehmen verhindert werden“, sagt Grütters. Er rät, alle Mitarbeiter in den Unternehmen über die neue Betrugswelle zu informieren.