Suche Frieden am Hawerkamp mit dem Bischof

Das Lieblingsmotiv von Bischof Felix Genn zur Werbelinie des Katholikentages 2018 in Münster. Es zeigt auf dem Plakat zwei junge Kalifornier, die sich umarmen. Kurz danach wurde das Oppositionslager für den Protest gegen den Bau der Dakota Access Ölpipeline in North Dakota, geräumt.

„Die Kirche ist nicht weltfremd oder ´aus der Zeit gefallen´, sondern sie steht mitten in dieser Welt. Gerade auch Menschen, die mit Kirche und Katholikentag wenig zu tun haben, sollten von diesem Erscheinungsbild angesprochen werden.“

Zugleich werde das Leitwort „Suche Frieden“ in den Mittelpunkt gestellt, das auch im Zentrum des Katholikentags stehen wird. „Es gibt gerade heute kein Thema, das uns in Münster und die Menschen in aller Welt so umtreibt, wie die Suche nach Frieden“, sagte Genn gestern bei der Vorstellung der Werbelinie.

„Suche Frieden“ lautet das Leitwort des 101. Deutschen Katholikentags, der vom 9. bis 13. Mai 2018 in Münster stattfindet. Eine vielfältige Botschaft, die sich nicht auf einfache Symbole reduzieren lasse, sagte Prof. Thomas Sternberg, der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, anlässlich der Vorstellung der Werbelinie zum Katholikentag. Deshalb seien auch die Motive, die künftig das Leitwort versinnbildlichen, sehr breit gefächert: Der ehemalige US-Präsident Barack Obama ist genauso darunter, wie ein sich umarmende Demonstranten.

Bischof Felix Genn freut sich auf den Katholikentag 2018 in Münster.

Dies sind allerdings nicht die einzigen Motive der Werbelinie, die von der Agentur Kopfkunst aus Münster entwickelt wurde. „Die Kampagne selbst hat keine festen Bilder“, so Thomas Sternberg bei der Pressekonferenz. „Die Motive werden sich bis zum Mai 2018 immer wieder ändern.“ Diese Unterschiedlichkeit spiegle den Katholikentag selbst wider, der mit seinen rund 1000 Veranstaltungen ebenfalls die Themen dieser Welt aufgreift. Und genau wie die Plakatmotive wolle der Katholikentag widerspenstig sein, so Sternberg: „Es darf, nein es muss beim Katholikentag gestritten werden. Wir wollen keinen falschen Frieden“, dafür ist die Lage in der Welt zu ernst.“

Diese Suche nach Frieden ist für Jens Kallfelz, den Geschäftsführer der Agentur Kopfkunst, vor allem „Hoffnung, ein Aufbrechen und Vorwärtsgehen“. Suche Frieden habe mit Kraft und Mut zu tun: Deshalb wurde das weiße Segel als Bildmarke gewählt. Weiß stehe dabei als Symbol für den Frieden. Die großen Segelschiffe wiederum bieten Stoff für Erzählungen, Legenden und Mythen. „Diese frühen Weltreisen folgten alle einem gewaltigen Leitmotiv: dem Suchen, der Hoffnung.“ Das Segel verbinde beides, so Kallfelz, dessen Agentur die Werbelinie für den Katholikentag entwickelte.

Die Präsentation der Werbelinie fand in der Ausstellungshalle des Vereins „Hawerkamp 31“ in Münster statt, die sich in einem ehemaligen Fabrikgelände befindet – bis 1988 war hier eine Baufirma mit Betonwerk untergebracht. Seit damals sind die Backsteingebäude mit Industrie-Charme Kulturstandort mit Platz für Konzerte, Clubs, viel Graffiti und Werkstätten. Man erwarte hier nicht unbedingt eine kirchliche Veranstaltung, sagte ZdK-Präsident Thomas Sternberg bei der Vorstellung. Es sei ein Ort, wo viele Ideen entstanden sind. „Genauso soll der Katholikentag ein Ort sein, wo viele Ideen entstehen und Auseinandersetzungen geführt werden können.“


Der 101. Deutsche Katholikentag ist eine Großveranstaltung bei der Themen aus Kirche und Gesellschaft diskutiert werden. Er findet vom 9. bis 13. Mai 2018 in Münster statt. Erwartet werden mehrere Zehntausend Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet sowie der Region. Katholikentage werden vom ZdK in der Regel alle zwei Jahre an wechselnden Orten veranstaltet.