Universität Münster auf der Cebit

Der Inhalt von Netzdebatten beschäftigt derzeit die Öffentlichkeit. So verbreiten „Social Bots“ versteckt Propaganda zur Meinungsmache, eine allgemeine Verrohung mit teilweise hasserfüllten Internet-Kommentaren ist unübersehbar. Wie die Zukunft der IT-Welt vor diesem Hintergrund aussehen kann, demonstrieren Wirtschaftsinformatiker der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) anhand ihrer aktuellen Forschungsprojekte vom 20. bis 24. März auf der weltweit größten Computermesse CeBIT in Hannover.

Konkret präsentiert das ERCIS (European Research Center for Information Systems) der WWU unter anderem die Projekte „PropStop“ und „Cyberhate-Mining“. PropStop behandelt Erkennung, Nachweis und Bekämpfung von verdeckten Propaganda-Angriffen über Online-Medien. Bei Cyberhate-Mining wurden Hasskommentare im Netz während der Flüchtlingskrise aufgespürt und untersucht.

Im Bereich der E-Mobility setzt das vom Bundesministerium für Forschung und Bildung (BMBF) geförderte Verbundprojekt „CrowdStrom“ auf die Teilnahme von Freiwilligen. Dabei wird ein innovatives Geschäftsmodell entwickelt, das die Nutzung von kleinen und privaten Ladepunkten für Elektroautos durch (fremde) private Kleinanbieter ermöglicht. Eine Plattform zur Abwicklung des notwendigen Informationsaustauschs der Marktteilnehmer und der Ladesäulen-Prototyp werden auf der CeBIT zu sehen sein.

Ein anderes Projekt beschäftigt sich mit der Weiterverwendung von E-Car-Batterien. Da die Güte dieser Batterien nach etwa zehn Jahren so stark abnimmt, dass sie nicht mehr effektiv zum Antrieb von Elektroautos eingesetzt werden können, aber oft noch anderweitig nutzbar sind, entwickelt das Prjekt „EOL-IS“ (End-Of-Life Solutions für E-Car-Batterien) – ebenfalls gefördert vom BMBF – Szenarien, wie die die Batterien weiterverwendet werden können.

Das ERCIS ist ein vom Land Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit der Universität Münster initiiertes Forschungsnetzwerk. Es besteht aus nationalen sowie internationalen Wissenschaftlern, die interdisziplinär forschen. Dabei werden erstmalig in der deutschen Forschungslandschaft in einem institutionellen Rahmen Kernkompetenzen der Wirtschaftsinformatik mit Fragestellungen der Informatik, der Betriebswirtschaft und des Rechts verknüpft.