Zahl der Insolvenzen ging wieder zurück

Insolvenzen sind ein Barometer der Wirtschaft. Geht es der Wirtschaft gut, sinken die Anträge auf Eröffnung einer Insolvenz. Demnach muss es der Wirtschaft in NRW gutgehen.

Im Jahr 2016 wurden bei den Amtsgerichten in Nordrhein- Westfalen 30 228 Anträge auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als amtliche Statistikstelle des Landes mitteilt, waren das 4,5 Prozent weniger als 2015 (damals: 31 662 Fälle).

Die Höhe der voraussichtlichen Forderungen (d. h. alle Forderungen, die von den Gläubigern bis zum Zeitpunkt der Datenübermittlung an die Statistiker bei den Amtsgerichten angemeldet wurden) summierte sich 2016 auf 8,3 Milliarden Euro und war damit um 31,4 Prozent höher als im Jahr zuvor (damals: 6,3 Milliarden Euro). Dies ist vor allem auf einen überdurchschnittlichen Anstieg der Forderungen bei den Unternehmensinsolvenzverfahren zurückzuführen: Im Vergleich zum Jahr 2015 (damals: 4,3 Milliarden Euro) erhöhten sich hier die voraussichtlichen Forderungen um 53,1 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro.

In Nordrhein-Westfalen beantragten im vergangenen Jahr 6 547 Unternehmen (einschl. Kleingewerbe) die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens; das waren 10,9 Prozent weniger als 2015 (damals: 7 347). In 4 982 Fällen wurde ein Insolvenzverfahren eröffnet; in 1 565 Fällen wurde die Eröffnung mangels Masse abgewiesen. Zum Zeitpunkt der Antragstellung waren 35 164 Beschäftigte von den Unternehmensinsolvenzen betroffen.

Neben den Unternehmen beantragten im letzten Jahr 23 681 weitere Schuldner die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Dabei handelte es sich in 19 804 Fällen um Verbraucherinsolvenzen; das waren 5,3 Prozent weniger als 2015 (damals: 20 908). Die übrigen 3 877 Fälle betrafen Nachlässe, Gesamtgut, natürliche Personen als Gesellschafter sowie ehemals selbstständig tätige Personen.

Wie die Statistiker weiter mitteilen, weichen die voraussichtlichen Forderungen häufig von den im Insolvenzverfahren ermittelten endgültigen Forderungen ab, wobei die Abweichungen sowohl negativ als auch positiv ausfallen können.

Darüber hinaus ist zu beachten, dass nicht bei allen Insolvenzverfahren Angaben zu Beschäftigten übermittelt wurden.