Bürgermeister im Austausch

Der Symbolcharakter des Bürgermeistertausches zwischen der niederländischen Stadt Enschede und der Friedensstadt Münster, die den Niederlanden einst die Unabhängigkeit brachte, ist kaum zu beschreiben. Bürgermeister Dr. G.O.( Onno) van Veldhuizen tauschte mit Oberbürgermeister Markus Lewe die Stadtleitung für zwei Tage (03.04. bis 04.04, 2017).

Dabei war für Ihn die Pressekonferenz mit sechs Medienvertretern schon etwas zu viel an Aufmerksamkeit um seine Person. Er handelt lieber im Stillen und glänzt mit ausgereiften Ergebnissen als mit großen Worten, verkündete er auf der Abschluss-Pressekonferenz am   gestrigen Dienstag, im Stadtweinhaus von Münster. Diese bescheidenen Worte hörten wir in den letzten Tagen auch vom neuen Allwetterzoodirektor, Thomas Wilms. Mit dieser Einstellung hat der „Burgermeester“ aus Holland mit einem Schlag das Herz der Pressevertreter gewonnen.

 

Auch sonst verlief die Pressekonferenz ein wenig anders als üblich. Zuerst stellten sich alle Personen an dem großen runden Tisch mit Namen und Funktion vor. Onne von Veldhuizen erntete großes Gelächter, als er sich mit seiner Funktion „Austauschbürgermeister“ vorstellte. Er selbst hatte eine etwas unruhige Nacht, denn die erlebten Eindrücke hatten ihn mehrfach nicht zur Ruhe kommen lassen, bis er um kurz vor 6 Uhr seine Erlebnisse im mitgenommenen IPad niederschrieb. „Um die Eindrücke zu verarbeiten, werde ich wohl noch eine längere Zeit brauchen, als es eine Nacht hergibt“, beschrieb er seine Gefühle und er fügte hinzu, „Eine Erkenntnis gibt es bereits schon jetzt; Wir sollten in unseren Städten die Talente bündeln und gemeinsam in die Zukunft gehen.“

Dass es in Münster keine Verkaufsoffenen Sonntage gibt verwunderte ihn zwar, aber er vergoss deshalb auch keine Träne, denn das bringt der niederländischen Nachbarstadt unglaublich viele Kunden. Etwas neidisch vernahm er die starke Entwicklung der Stadt Münster, die nach Leipzig, die am stärksten wachsende Stadt in Deutschland sei. Er erinnere sich an vor etwa dreißig Jahren, als die Städte Enschede und Münster von den Einwohnerzahlen in etwa gleichgroß waren. Und nun hätte Münster mehr als doppelt so viele Einwohner wie zu der Zeit. Das wär eine Entwicklung, die Ihm auch sehr gefallen würde.

Unterm Strich aber wird ein Zusammenrücken der Städte, für beide Seiten, viele Vorteile bieten, besonders aber auf dem Arbeitsmarkt. Und so freue er sich auf viele weitere Begegnungen und positive Entwicklungen.

Unterdessen saß Oberbürgermeister Markus Lewe im Amtszimmer seines niederländischen Kollegen in Enschede und präsentierte für das Münster Journal den Regierungsaustausch am Schreibtisch und machte danach einen ausgedehnten Spaziergang, durch eine seiner Lieblingsstädte, zum nächsten Termin.