Euregio Arbeitsgruppe setzt sich für Fischpopulationen ein

Am vergangenen Donnerstag hat Peter van der Wiele, Leiter der deutsch-niederländischen Arbeitsgruppe „Fischwanderung“, den gemeinsamen Bericht zur Förderung der grenzüberschreitenden Durchgängigkeit regionaler grenzüberschreitender Gewässer der Steuerungsgruppe Deltarhein überreicht. Am Rande des nordrheinwestfälischen Symposiums zur Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie traf sich die SGDR zur Besprechung der Ergebnisse. Der durch ein Team von mehr als 20 Fachleuten aus der Region erstellte Bericht analysiert den aktuellen Zustand des deutsch-niederländischen Einzugsgebietes und zeigt deutlich, an welchen Stellen die unterschiedlichen Fischarten noch keine guten Laich-, Aufwuchs- und Lebensbedingungen vorfinden.

Die Arbeitsgruppe hat für insgesamt zwölf Fischarten, worunter die Forelle, der Lachs und die Quappe, sowohl die historische Verbreitung, aktuelle Fänge und mögliche Zukunftsaussichten zusammengetragen und analysiert. Zudem wurde eine Datenbank mit allen Hindernissen in den relevanten Gewässern erstellt, inklusive einer Einschätzung ihrer Passierbarkeit für die ausgewählten Fischarten. Zu diesem Zweck hat die Gruppe eigens ein so genanntes Hauptwandernetzwerk von überregional bedeutsamen Wanderrouten definiert sowie wie ein unterliegendes Netz von regional priorisierten Gewässern.

Die Ergebnisse des Berichtes sollen den zuständigen Behörden dabei helfen, kosteneffizient besonders effektive Maßnahmen an den Gewässern zu planen und umzusetzen. Wanderfische leben von einer vollständigen Durchgängigkeit der Binnengewässer bis hin zum IJsselmeer und der Nordsee. Die deutsch-niederländische Zusammenarbeit ist durch die natürliche Verbindung der Gewässer für eine Wiederansiedlung der teilweise in früheren Jahrhunderten regional vorkommenden Fischarten notwendig.

An der Arbeitsgruppe, die sich in 2012 zum ersten Mal getroffen hat, beteiligen sich Vertreter von niederländischen und deutschen Wasserbehörden, Gewässer-Unterhaltungsverbänden und Angelsportorganisationen. Der ursprüngliche Auftrag an die Gruppe umfasste die Ausarbeitung eines Berichts zur Situation der Wanderfische im Einzugsgebiet von Vechte, Dinkel, Berkel und Issel. In der deutsch-niederländischen Abstimmung wurden die jeweiligen nationalen Herangehensweisen vorgestellt und gemeinsame Standards und Ziele definiert. Der inhaltliche Austausch wurde während halbjährlicher Arbeitsgruppentreffen sowie eines großen Fachsymposiums im Sommer 2015 gefördert.

Die Arbeitsgruppe „Fischwanderung“ wurde in ihrer Arbeit unterstützt durch das deutsch-niederländische Koordinierungsbüro der Grenzüberschreitenden Plattform für Regionale Wasserwirtschaft, GPRW. Dieses Koordinierungsbüro ist bei der EUREGIO in Gronau angesiedelt und wird durch die vier GPRW-Mitglieder Landkreis Grafschaft Bentheim, Kreis Borken, Waterschap Vechtstromen, Waterschap Rijn en IJssel finanziert.