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Die Quantencomputer kommen

Der 16. Zukunftskongress auf Schloss Wolfsburg, zu welchem der 2b AHEAD ThinkTank, Deutschlands größtes Zukunftsforschungsinstitut, mehr als 300 Visionäre, Innovationsführer und Vertreter der wichtigsten deutschen Unternehmen geladen hatte, schließt mit einem facettenreichen Zukunftsbild über die Arbeits- und Lebenswelten des Jahres 2027 ab. Das übergreifende Thema der vergangenen beiden Konferenztage lautete „Think Quantum – The prediction of everything“. Wie sich Unternehmen, Prozesse und Produkte ändern, wenn Daten schneller als in Echtzeit generiert werden, war eine der spannendsten Grundsatzdiskussionen, die sich auf vielfältige Weise in zahlreichen Keynotes, Vision Talks und nicht zuletzt in unzähligen Gesprächen unter den Gästen entwickelte. Zu den international angereisten Rednern zählte Bo Ewald, dessen Unternehmen D-Wave sich seit seiner Gründung 1999 ausschließlich der Entwicklung von Quantencomputern widmet.

Die prognostizierte Rechenleistung dieses Computers wird alle bisherigen Leistungsfortschritte in der Datenverarbeitung übertreffen. Er wird in der Lage sein, selbst so komplexe Dinge wie die Zukunft zu berechnen und vorherzusagen.

In Kooperation mit dem Volkswagen Konzern plant D-Wave derzeit ein erstes kommerzielles Quantum-Projekt in Peking. Ein Quantencomputer soll den Verkehrsfluss der Metropole so regulieren, dass sich Staus gar nicht erst bilden. Für diese Leistung zeichnete der 2b AHEAD ThinkTank den Innovationsführer mit dem diesjährigen Innovation Award aus.

Das Zeitalter der Predictive Enterprises steht also unmittelbar bevor. Wie werden wir auf dieser Basis in zehn Jahren leben? In VisionTalks aufgeworfene Fragestellungen wie „Gibt es Fleisch ohne Tiere? Kämpfen Bots um ihr Recht auf Existenz und bekommt Opa irgendwann für 9,99 $ seine eigene Chatware, sodass wir auch nach seinem Ableben noch mit ihm schreiben können?“ fanden wissenschaftliche, visionäre und teilweise kontrovers ethisch diskutierte Antworten. Wissenschaftler, Erfinder und Gründer setzten sich über bekannte Denkmuster und technische Begrenztheiten hinweg und loteten in prägnanten Talks die Grenzen zwischen Science-Fiction und Machbarkeit aus. An Ideen und Anregungen, wie sich die Welt mit Predictive Enterprises verändern kann, fehlte es zu keinem Zeitpunkt.


Die folgenden Statements von Speakern reflektieren die Breite der am Zukunftskongress diskutierten Themen:

Dr. Will Zeng, Rigetti: „Quantum computing is the unique technology that has the potential to recover exponential improvement in computing for us, and, even to surpass it.“

Anna Kaiser, Tandemploy „Wenn wir richtig innovativ sein wollen, können wir ruhig auch das Konzept der Innovation innovieren.“

Stephen Brobst, Teradata: „Warum hat Deutschland kein Silicon Valley? Ist es die Angst vor dem Scheitern?“


Bo Ewald-Wave: “We need to look no further than some of history’s most brilliant scientists and we find the connection to quantum physics. Beginning with Max Planck in the late 19th century and extending to Erwin Schrodinger and Albert Einstein this field explores how particles operate at the most fundamental level, radically altering what classical physics has taught us and what our human perceptions are. In 1982, the Nobel prize-winning physicist Richard Feynman thought up the idea of a ‚quantum computer‘, a computer that uses the effects of quantum mechanics for computation.”

Der Gastgeber und Gründer des 2b AHEAD ThinkTanks, Zukunftsforscher Sven Gábor Jánszky, stellte während des Zukunftskongresses die aktuelle Ausgabe des „Deutschen TrendINDEX“ vor. Diese Dauerstudie untersucht halbjährlich das Trendklima in der deutschen Wirtschaft. Jánszky präsentierte einen Trendindex von 148 Punkten (nach 144 Punkten vor sechs Monaten) und beschreibt somit die positive Entwicklung der Innovationsbudgets und der Mitarbeiterzahlen im Innovationsmanagement. Der TrendIndex basiert auf der Befragung eines Panels mit 256 Innovationsexperten der deutschsprachigen Wirtschaft und steht online zur Einsicht bereit.

Stellvertretend für die Sponsoren zog der Sprecher des Vorstands der Wolfsburg AG, Dr. Frank Fabian, ein begeistertes Fazit des 16. Zukunftskongresses: „Daten sind die Rohdiamanten der digitalen Wirtschaft. Predictive Analytics verpassen ihnen einen neuen Schliff mit dem wir uns auf die nächste Stufe der Datenauswertung und -nutzung begeben. Sie lässt vorausschauende Aussagen über die Wahrscheinlichkeit von Ereignissen zu. Grundlage ist ein konsequentes Monitoring der Daten und daraus folgend die Anpassung der Prozesse. Dazu gab der Zukunftskongress wichtige Impulse. Erneut fand er in Wolfsburg statt – einer Stadt, die sich mit ihrer Initiative #WolfsburgDigital auf die Fahnen geschrieben hat, digitale Modellstadt zu werden“, sagt Dr. Frank Fabian, Sprecher des Vorstands der Wolfsburg AG, die seit 2012 zu den Sponsoren des Kongresses gehört.

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