Münster

Auch hier steigt der Drogenkonsum

Der Konsum von Cannabis steigt bundesweit an. Auch in Münster ist ein Anstieg zu vermerken. Dieses äußert sich in der wachsenden Nachfrage an Beratung. Wie dem jüngst erschienenen Jahresbericht 2016 der Drogenhilfe des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien zu entnehmen ist, gaben mehr Ratsuchende Cannabis als Hauptdroge an (42 Prozent) und nicht Heroin oder Opiode (38 Prozent).

Das sogenannte Stammklientel pendelte sich mit 579 Personen auf dem hohen Niveau der Vorjahre ein. 85 Ratsuchende waren Angehörige. Gleiches gilt für die Anzahl der Erstgespräche, die mit 524 nur gering unter der des Vorjahres lag. Trotz rückläufigem Opiatkonsum wurden noch 66 Abhängige in Spezialkliniken mit therapeutischen Maßnahmen zur Langzeitentwöhnung vermittelt.

„Insgesamt“, weiß Georg Piepel, Leiter der städtischen Beratungseinrichtung, „wird unsere Klientel immer jünger.“ So waren mehr als 40 Prozent der Hilfesuchenden unter 27 Jahre alt, 80 Prozent jünger als 40 Jahre. Die jüngste Klientin war gerade mal 13 Jahre alt, der Älteste 66.

Aufputschende Drogen (Stimulanzien wie Amphetamine oder Kokain) sind weiter auf dem Vormarsch. So stieg die Zahl der ratsuchenden Konsumenten und Konsumentinnen im vergangenen Jahr von 12 auf 17 Prozent. „Crystal Meth“ spielt nach wie vor in Münster nur eine untergeordnete Rolle.

In der Jugendberatung der Drogenhilfe machte sich die intensive Bewerbung der Angebote in relevanten Gremien und Arbeitskreisen und bei Kooperationspartnern wie Kommunaler Sozialdienst und Einrichtungen der Jugendhilfe durch eine gestiegene Nachfrage bemerkbar: Allein 130 junge Menschen unter 21 Jahren suchten 2016 erstmals die Drogenhilfe auf, oft in Begleitung ihrer Eltern. Fast 80 Prozent kamen wegen ihres Cannabiskonsums, 15 Prozent wegen sogenannter Partydrogen.

Das Anfang 2015 als neuer Baustein von „Voll ist out“ gemeinsam mit Münsters Krankenhäusern gestartete Präventionsprojekt „HaLT – Hart am Limit“ hat sich etabliert. Nach verhaltenem Start mit 17 gemeldeten Fällen in 2015 wurden dem Fachdienst Suchtprävention der städtischen Drogenhilfe im vergangenen Jahr bereits 56 Fälle gemeldet. „Bei gut 100 Einlieferungen von unter 20-Jährigen ins Krankenhaus in 2014/15 bedeutet diese eine hervorragende Quote und spiegelt die gelungene Kooperation wider“, so Piepel. „HaLT“ nutzt die akute Betroffenheit durch das einschneidende Ereignis „Krankenhauseinlieferung“ zur Motivation für ein Informations- und Beratungsgesprächs im Fachdienst Suchtprävention. Mit immerhin 23 Eltern und deren Kindern konnten so intensive Gespräche geführt werden, fünf auswärtige Familien wurden in angrenzende Kreise vermittelt.

Die Aktivitäten der Suchtprävention, Entwicklungen in der Beratung und der Blick auf das Jahr 2017 sind in dem Jahresbericht nachzulesen. Er ist entweder im Netz unter www.stadt-muenster.de/drogenhilfe nachzulesen oder als gedrucktes Exemplar in der Drogenhilfe, Schorlemerstraße 8, zu bekommen.

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